I Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

  1. Einführung und Resümee
  2. Beratung und Vermittlung
    Beratung und Vermittlung sind eine Kernaufgabe der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Verschiedene Studien zeigen, dass sich eine verbesserte Betreuungsrelation positiv auf den Vermittlungserfolg auswirkt. Auch im Hinblick auf die Qualität von Beratung und Vermittlung sehen viele Studien Verbesserungspotenzial.
  3. Langfristige Wirkungen von geförderter beruflicher Weiterbildung
    Berufliche Weiterbildungen verbessern mittel- bis langfristig die Arbeitsmarktchancen der Geförderten. Dies gilt in besonderem Maße für Umschulungen, also Maßnahmen, die zu einem anerkannten Berufsabschluss führen: Sie dauern zwar am längsten, zeigen aber auch längerfristig die größten Wirkungen.
  4. Bildungsgutscheine
    Im Zuge der Hartz-Reformen wurde das Instrument der Bildungsgutscheine eingeführt, welche die Arbeitslosen bei einem selbst gewählten Bildungsträger einlösen können. Analysen für den Zeitraum vor und nach der Reform zeigen indes, dass dies nicht dazu geführt hat, dass die Wirksamkeit von Weiterbildungsmaßnahmen gestiegen ist.
  5. Weiterbildungsabsicht von Arbeitslosen und Kompetenzen formal Geringqualifizierter
    Viele Arbeitslose zweifeln daran, dass sich Weiterbildung für sie lohnt. Und fast die Hälfte will nicht für einen längeren Zeitraum auf Erwerbseinkommen verzichten. Weitere Analysen zeigen überdies, dass auch Personen ohne Berufsabschluss zum Teil durchaus über relativ hohe Grundkompetenzen verfügen.
  6. Initiative zur Flankierung des Strukturwandels (IFlaS)
    Das BA-Sonderprogramm fördert die berufliche Weiterbildung von Geringqualifizierten und will damit auch zur Sicherung des Fachkräftebedarfs beitragen. Aus Sicht der Agenturen für Arbeit ist IFlaS eine sinnvolle Ergänzung des Instrumentenkastens der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Allerdings nehmen eher die „Besseren unter den formal Förderfähigen“ an dem Programm teil.
  7. Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen (WeGebAU)
    Mit dem Programm „WeGebAU“ wird die berufliche Weiterbildung für bestimmte Gruppen von Beschäftigten finanziell unterstützt. Evaluationsstudien zufolge haben die entsprechenden Fördermaßnahmen unterm Strich zwar leicht positive Wirkungen, die allerdings je nach Teilnehmergruppe unterschiedlich ausfallen.
  8. Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit (BvB)
    Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen sollen sozial benachteiligten oder lernbeeinträchtigten Jugendlichen die Aufnahme einer beruflichen Ausbildung ermöglichen. Die Hälfte der Geförderten beginnt bis zu vier Jahre nach Ende der Förderung eine berufliche Ausbildung. Allerdings sind die Übergangschancen von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich hoch. So treten Deutsche, die an einer BvB teilgenommen haben, eher eine berufliche Ausbildung an als Personen mit anderer Staatangehörigkeit. Zudem schaffen Haupt- und Realschulabsolventen den Übergang in eine Ausbildung weit häufiger als Personen ohne Schulabschluss.
  9. Maßnahmen im Rahmen beruflicher Rehabilitation für Menschen mit Behinderung
    Mit Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation werden Behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen gefördert, um deren Chancen auf Teilhabe am Erwerbsleben zu verbessern. Es zeigt sich, dass die Häufigkeit der Inanspruchnahme bestimmter Maßnahmen mehr oder weniger stark von der Art der jeweiligen Behinderung abhängt. So werden Personen mit einer Behinderung des Stütz-und Bewegungsapparats am häufigsten betrieblich ausgebildet (knapp 45 Prozent), während drei Viertel der jungen Menschen mit einer psychischen Behinderung außerbetrieblich ausgebildet werden.
  10. Sozialer Arbeitsmarkt
    Das Förderkonzept eines „Sozialen Arbeitsmarkts“ richtet sich an einen eng abgegrenzten, besonders arbeitsmarktfernen Personenkreis, der ausschließlich durch (zumindest anfangs) sehr hohe Lohnkostenzuschüsse – verbunden mit einer intensiven sozialpädagogischen und gegebenenfalls psychologischen Betreuung – in Erwerbsarbeit integriert werden kann. Dabei muss die konkrete Ausgestaltung die spezifischen Problemlagen der Zielgruppe berücksichtigen. So empfiehlt sich im Einzelfall eine langfristige Förderung der Betroffenen, die allerdings nicht unbefristet erfolgen sollte. Vielmehr sollte nach längeren Abschnitten von ein bis zwei Jahren überprüft werden, ob sich deren Beschäftigungsfähigkeit zwischenzeitlich verbessert hat.