C Beschäftigungsformen

  1. Einführung und Resümee
  2. Entwicklung und Struktur der Beschäftigungsverhältnisse
    Bis Mitte der 2000er Jahre ging der Anteil der Beschäftigten in einem Normalarbeitsverhältnis deutlich zurück, derjenige der atypisch Beschäftigten hingegen wuchs kräftig. Seit 2006 hat sich dieser Zuwachs deutlich verlangsamt. Auch die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse steigt seither wieder. Es bleibt weiterhin die dominante Beschäftigungsform.
  3. Teilzeitbeschäftigung
    Sowohl der Anteil der regulären Teilzeit als auch der der geringfügigen Beschäftigung variiert sehr stark mit Alter und Geschlecht. So wird Teilzeit nach wie vor überwiegend von Frauen ausgeübt. Denn aufgrund der geringeren zeitlichen Arbeitsbelastung fällt es Teilzeitbeschäftigten leichter, ihre beruflichen und familiären Verpflichtungen miteinander zu vereinbaren. Dies dürfte auch erklären, warum die Quote der regulären Teilzeit bei Frauen zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr stark ansteigt, da in dieser Zeit auch der Anteil der Frauen mit Kindern stark zunimmt.
  4. Zeitarbeit und Befristungen
    Die Zahl der befristet Beschäftigten ist zwischen 2004 und 2010 von rund zwei Millionen auf 2,9 Millionen gestiegen. Seither ist sie wieder auf etwa 2,5 Millionen gesunken. Die Zeitarbeit hat insbesondere nach der Flexibilisierung des Arbeitsmarkts durch die Hartz-Reformen an Bedeutung gewonnen. Zugleich unterliegt die Zahl der Leiharbeitsverhältnisse starken konjunkturellen Schwankungen. Im Juni 2015 erreichte die Zahl der Beschäftigten in der Zeitarbeit mit 961.000 ihren bisherigen Höchststand.
  5. Beschäftigungsformen im europäischen Vergleich
    In der EU insgesamt zeigt sich keine abnehmende Bedeutung des Normalarbeitsverhältnisses. Dessen Anteil liegt weiterhin bei knapp 40 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Zwar gab es in Europa seit 2002 insgesamt eine Zunahme von „atypischer“ (abhängiger) Beschäftigung von 12,5 auf 15,3 Prozent, die aber offenbar nicht zulasten der Normalarbeit ging, sondern zulasten der Nichterwerbstätigkeit.