F Bildung und Beruf

  1. Einführung und Resümee
  2. Entwicklung des Bildungsniveaus
    Seit einem halben Jahrhundert steigt das durchschnittliche Bildungsniveau der Bevölkerung in Deutschland stetig. Während der Anteil der Hochschulabsolventen an der Erwerbsbevölkerung wächst, sinkt der Anteil der Personen ohne beruflichen Abschluss in den letzten 20 Jahren deutlich. Die Entwicklung der Netto-Stundenlöhne in den verschiedenen Bildungsgruppen deutet zudem darauf hin, dass der Trend zu höheren Bildungsabschlüssen nicht zur Entwertung von Bildung beiträgt.
  3. Bildungserträge
    Es lohnt sich, in Bildung zu investieren. Denn das Lebenseinkommen steigt mit dem Qualifikationsniveau. So haben Akademiker im Durchschnitt das höchste Lebenseinkommen. Dass sich Bildung lohnt, zeigt auch die Betrachtung der qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten: Akademiker und Meister, Techniker und Fachwirte haben die niedrigsten Arbeitslosenquoten, während das Arbeitslosigkeitsrisiko bei Personen ohne beruflichen Ausbildungsabschluss deutlich höher ist.
  4. Übergang von der Schule in die Ausbildung
    Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist rückläufig. Immer mehr Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, während gleichzeitig die Zahl der unversorgten Ausbildungsplatzbewerber zugenommen hat. Vor allem in Ostdeutschland bestehen Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsstellen. Dafür ist insbesondere der Mangel an geeigneten Bewerbern verantwortlich.
  5. Übergang von der Ausbildung in den Beruf
    Nach erfolgreichem Abschluss einer dualen Ausbildung verläuft der Berufseinstieg meistens reibungslos. Die erworbenen Ausbildungsabschlüsse lassen sich in der Regel sowohl über betriebliche also auch berufliche Grenzen hinweg gewinnbringend verwerten. Nur eine längere Arbeitslosigkeit nach Abschluss der beruflichen Ausbildung stellt ein erhebliches Risiko dar, weil es langfristig zu weitreichenden beruflichen Nachteilen führt.
  6. Ausgleichsprozesse auf beruflichen Teilarbeitsmärkten
    Der Ausgleich zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage funktioniert nicht auf allen beruflichen Teilarbeitsmärkten gleichermaßen gut. So beeinflussen insbesondere die Komplexität von Tätigkeitsinhalten, der Grad der Standardisierung von Ausbildungsinhalten und das Vorhandensein von Marktzutrittsregelungen, wie schnell Arbeitgeber einen passenden Mitarbeiter oder Arbeitslose eine passende Beschäftigung finden.
  7. Formale Überqualifizierung
    Wenn Menschen in einem Job arbeiten, für den sie eigentlich überqualifiziert sind, kann dies sowohl strukturelle als auch individuelle Ursachen haben. Zu Letzteren zählen beispielsweise günstigere Arbeitsbedingungen oder eine relativ hohe Entlohnung in der formal „unterwertigen“ Tätigkeit. Dabei ist das Ausmaß der formalen Überqualifizierung regional unterschiedlich stark ausgeprägt. Vor allem in Ostdeutschland ist der Anteil überqualifiziert Beschäftigter hoch, auch weil nicht alle vor der Wende erworbenen Bildungsabschlüsse adäquat verwertet werden konnten.
  8. Die Bedeutung von Persönlichkeitsmerkmalen für den individuellen Arbeitsmarkterfolg
    Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale können sich auf den individuellen Arbeitsmarkterfolg auswirken. So zahlt sich eine hohe emotionale Stabilität für beide Geschlechter aus, während eine geringe Offenheit für neue Erfahrungen und – auf den ersten Blick überraschend – ein hohes Maß an sozialer Verträglichkeit mit einem Lohnabschlag einhergeht.
  9. Karriere in typischen Männer- und Frauenberufen
    Männer-und Mischberufe bieten generell bessere Aufstiegsmöglichkeiten als Frauenberufe. Wenn aber Männer in einen Frauenberuf einsteigen, können sie schneller und letztlich häufiger einen Aufstieg realisieren als Frauen. Auch in Mischberufen steigen Männer häufiger auf als Frauen. Wenn sich hingegen Frauen für einen Männerberuf entscheiden, unterscheidet sich ihre Aufstiegswahrscheinlichkeit nicht von denen ihrer männlichen Kollegen.