Vorwort der Herausgeber

Kennen Sie das? Bedienungsanleitungen, die mehr Fra­gen aufwerfen, als sie beantworten? Zeitungsartikel, die eher vernebeln denn erhellen? Handbücher, die eher er­schlagen als erklären? Auch Forscherinnen und Forscher sind mitnichten davor gefeit, Texte zu verfassen, de­ren Fachjargon und Sperrigkeit die geneigte Leserschaft schlichtweg überfordern. Da wir um diese Gefahr wissen, haben wir uns für „Arbeitsmarkt kompakt“ ganz bewusst das Ziel gesetzt, in erster Linie an unsere Leserinnen und Leser zu denken. Was heißt das konkret? Ausgewählte, gleichwohl breitgefächerte Themen, die nicht nur für die Wissenschaft relevant sind, sondern auch und gerade für die Fachöffentlichkeit; kurze, sorgfältig redigierte Texte, die soweit wie möglich auf methodische Erläuterungen und tech­nischen Fachjargon verzichten; ein übersichtliches, nutzerfreundliches Layout; zahlreiche Infografiken, die wichtige Befunde anschaulich darstellen; ein Register, welches Ihnen das schnelle Auffinden von Themen erlaubt, die Sie interessieren; last but not least ein umfassender Anhang mit wichtigen Arbeitsmarktindikatoren im Internet, die Sie sich für den persönlichen Ge­brauch herunterladen können (amk.iab.de). Kurzum: „Arbeitsmarkt kompakt“, das übrigens auch als kostenlose Onlinepubli­kation zur Verfügung steht und das bisherige „Handbuch Arbeitsmarkt“ ablöst, soll Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen echten Mehrwert bieten.

Dieser Band ist das Ergebnis einer großen Teamleistung im IAB, zu der zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen und Disziplinen beigetragen haben. Ihnen gilt unser Dank. Sie haben sich in hohem Maße für die­ses Buchprojekt engagiert – trotz enger zeitlicher Vorgaben und vielfältiger sonstiger Aktivitäten und Verpflichtungen, sei es bei der Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse, sei es bei der Beratung von Politik und Praxis. Auch dem Geschäftsbereich „Wissenschaftliche Medien und Kommunikationsstrategie“, namentlich Martina Dorsch und Martin Schludi, möchten wir unseren Dank zollen für die professionelle redaktionelle Betreuung des Bandes.

Abschließend noch ein Wort in eigener Sache: Dass „Arbeitsmarkt kompakt“ gerade jetzt erscheint, ist kein Zufall. Denn das IAB begeht in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag – und blickt damit auf eine lange, durchaus wechselvolle Tradition der Arbeitsmarktforschung zurück. Seit 1967 hat sich viel verändert – am Arbeitsmarkt ebenso wie am IAB selbst. Geblieben ist der bewährte Dreiklang aus Datengenese, Forschung und Politikberatung, den das IAB wie kaum ein anderes Institut auf diesem Feld auszeichnet. Denn Forschung braucht solide, belastbare Daten, wenn sie zuverlässige Aussagen treffen will. Ex­zellente Forschung wiederum ist unabdingbare Voraussetzung für gute Politikberatung. Umgekehrt profitiert die Forschung selbst in erheblichem Maße vom regelmäßigen und umfassenden Austausch mit der Praxis. Die Anbindung an die Bundes­agentur für Arbeit – bei gleichzeitig institutionell abgesicherter wissenschaftlicher Unabhängigkeit – bietet daher beste Vo­raussetzungen dafür, dass das IAB auch künftig dem wissenschaftlichen Elfenbeinturm entsagt und solide, ergebnisoffene und zugleich praxisrelevante Forschung betreibt. „Es ist unglaublich, welchen Unsinn Ökonomen erzählen, wenn man sie nur lange genug allein lässt“, soll einst der britische Ökonom John Maynard Keynes sinngemäß beklagt haben. Wir im IAB, des­sen dürfen Sie gewiss sein, sind niemals allein!

Joachim Möller und Ulrich Walwei 

Nürnberg, im April 2017